2. Antifaschistische Landpartie gegen das Ludendorffer-Treffen

Beteilige dich an dem Protest und komme zum Treffpunkt für eine gemeinsame Anreise!

Demonstration: 2. Antifaschistische Landpartie gegen das Ludendorffer-Treffen
So. 01.04.2018 | 13:12 Uhr | Bf. | Dorfmark
Weitere Informationen findest du hier.

Treffpunkt:
So. 01.04.2018 | 09:45 Uhr | Ticketautomaten | Gleis 2 | Bf. | Wildeshausen

Für eine antifaschistische Landpartie! Den Ludendorffern Ostern versauen!
Neonazis outen und bekämpfen!
Es gibt kein ruhiges Hinterland! Fight racism!

Die Antifaschistische Aktion Wildeshausen [afawhs] dokumentiert einen Aufruf:

Ludendorffer? Offiziell „Bund für Gotterkenntnis“ genannt. Dabei handelt es sich um eine völkische, rassistische und antisemitische Weltanschauungsgemeinschaft. Grundlage dieser Weltanschauung bilden die Schriften von Mathilde Ludendorff, Ehefrau des Hitler-Putsch-Gefährten Erich Ludendorff. Die „Ludendorffer“ sind der Ansicht, dass sich Menschen in „Licht- und Schachtrasse“ einteilen ließen und eine „Rassenmischung zum Volkstod“ führe. Nach ihrer Verschwörungstheorie ist „das deutsche Volk“ durch Kommunismus, Freimaurer- und Christentum „entwurzelt, so dass Juda leichtes Spiel hat“. Die „jüdische Schachtrasse“ schädige über „verjudete christliche Erziehung“ deutsche Kinder. Dagegen müssten die „Lichtrassen“ mit ihrem „Recht des Stärkeren“ vorgehen.
Bei so einem offenen Antisemitismus und Rassismus verwundert es nicht, dass die Treffen der Ludendorffer auch als Vernetzungstreffen zwischen verschiedenen Strömungen der extremen Rechten dienen. So besuchten in den letzten Jahren Neonazis wie die Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck oder Steffen Hupka die Veranstaltung in Dorfmark, aber auch Mitglieder der NPD, der „Artgemeinschaft“ und der „Reichsbürger“. Außerdem bestehen Zusammenhänge zwischen der „Identitären Bewegung“ und den Ludendorffern.

Dorfmark? Seit mehr als 35 Jahren trifft sich der „Bund für Gotterkenntnis“ alljährlich im niedersächsischen Dorfmark. Dies ist möglich, weil die Ludendorffer vom Gasthaus „Zur Post“, der Pension „Wittenberg“ und einigen Dorfmarker*innen, die privat Zimmer vermieten, beherbergt werden.
Außerdem legte die 1. Antifaschistische Oster-Demonstration 2017 offen, dass es noch weitere Auswüchse der extremen Rechten in Dorfmark gibt: Zwei Dorfmarker*innen hatten etwa 25 vermummte und teilweise bewaffnete Neonazis an ihrem Haus versammelt. Einige Neonazis zündeten Pyrotechnik, andere bedrängten Journalisten. Neben Neonazis aus dem Heidekreis waren aus Südniedersachsen und dem Harz angereiste Mitglieder vom „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ sowie dem „Kollektiv Nordharz“ anwesend.

Für eine antifaschistische Landpartie! Den Ludendorffern Ostern versauen!

Afrin ist nicht gefallen!

Beteilige dich an den Protesten!

Demonstration: Für ein selbstbestimmtes, selbstorganisiertes, demokratisches und friedvolles Leben – gemeinsam die völkerrechtswidrigen Angriffe des türkischen Militärs stoppen!
Mi. 21.03.2018 | 16:30 Uhr | Europaplatz | Vechta
Do. 22.03.2018 | 16:30 Uhr | Bf. | Wildeshausen
Fr. 23.03.2018 | 16:30 Uhr | Kreishaus | Vechta
Sa. 24.03.2018 | 13:00 Uhr | Hbf. | Bremen
Sa. 24.03.2018 | 15:30 Uhr | Hbf. | Oldenburg
Weitere Informationen findest du hier.

Für ein selbstbestimmtes, selbstorganisiertes, demokratisches und friedvolles Leben – gemeinsam die völkerrechtswidrigen Angriffe des türkischen Militärs stoppen!
Wir für Euch! Solidarität mit den Betroffenen von Repression!

Die Antifaschistische Aktion Wildeshausen [afawhs] dokumentiert eine Stellungnahme der Êzîdischen Organisationen NAV-YÊK (Zentralverband der Êzîdischen Vereine e.V.), SMJÊ (Dachverband des Ezidischen Frauenrats e.V ), HCÊ (Bündnis der Êzîdischen Jugend) und NCÊ (Êzîdisches Zentrum für Kunst & Kultur):

Die Stadt Afrin ist nicht gefallen!
Der Widerstandskampf der kurdischen Kämpfer ist in eine andere Phase übergegangen. Die ersten 60 Tage haben zur Sicherheit der Menschen gedient, erst jetzt werden die kurdischen Widerstandseinheiten die Terror-Organisation, allen voran Erdoğan und seine AKP, IS, Cephet El-Nusra bekämpfen. Der türkische Staat mit seinen verbündeten Terrorbanden wie Jihadis, Cepet El-Nusra, al-Qaida, IS etc. führt seit dem 20.01.2018 einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Bevölkerung in Efrîn, dem kurdischen Kanton in Nordsyrien. Die YPG/YPJ sind diejenigen, die seit diesem Angriffskrieg Widerstand leisten und die zivile Bevölkerung vor den Terrorbanden schützen. Efrîn ist eine der wenigen Regionen, die bislang von dem Bürgerkrieg in Syrien verschont geblieben war. Tausende von Flüchtlingen aus dem ganzen Land haben dort Zuflucht vor dem Terror und Bomben der Terrorbanden gefunden. Eine der wichtigsten Gründe, warum Efrîn bisher so sicher war, ist die Tatsache, dass die Widerstandseinheiten der YPG/YPJ diesen Kanton zu einer Sicherheitszone ausgeweitet hatten. Der Einmarsch der Türkei bringt nun eine neue Welle von Gewalt und Zerstörung mit sich. Die Besatzer, also die türkischen Truppen und die Terrorbanden der so genannten FSA (Freie Syrische Armee), machen aus dem friedlichen Kanton eine Kriegszone mit verheerenden Folgen. Die Bevölkerung von Efrîn, insbesondere religiöse Minderheiten wie Eziden und Christen, sind einem weiteren Genozid ausgesetzt. Deutsche Politiker wie die Bundeskanzlerin Angela Merkel und Thomas Oppermann (SPD) dankten den kurdischen Widerstandseinheiten für ihren tapferen Einsatz im Kampf gegen den IS. Denn sie waren es, die mit ihrem Leben die Eziden am 3.8.2014 vor dem Genozid durch den IS schützten. Sie haben sich den Terrormilizen mutig entgegengestellt und sind die wichtigsten Bündnispartner der USA und der Westmächte im Kampf gegen den Terror im Nahen und Mittleren Osten.

Nun sind deutsche Panzer, Gewehre, Haubitzen gegen diese Bündnispartner, gegen diese Helden der Menschlichkeit im Einsatz!
Beim Angriffskrieg der Türkei gegen die Kurden in Nordsyrien sind weit mehr deutsche Waffen und Technologien im Einsatz als bislang bekannt. Ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg eines NATO-Partners mit deutscher Unterstützung?! Die Bundesregierung hält an Rüstungsexporten in die Türkei grundsätzlich fest. Und das, obwohl die Türkei bei ihrer Offensive von Milizen unterstützt wird, unter denen sich auch islamistische und dschihadistische Söldner wie der IS und Ahrar al-Sham, befinden. Ahrar al-Sham, ein Gruppierung, die der Generalbundesanwalt als terroristische Vereinigung eingestuft hat, kämpft an der Seite des NATO-Partners Türkei mit deutschen Waffen. Seit den letzten Besuchen des türkischen Außenministers Çavuşoğlu und des türkischen Ministerpräsidenten Yildirim in Deutschland wurden weitere schmutzige und unmoralische Deals ausgehandelt. Neue Waffenlieferungsgeschäfte wurden getätigt. Im Gegenzug wurde der in der Türkei als Geisel gehaltene deutsche Journalist Deniz Yücel noch über Nacht freigelassen. Ein weiterer Deal bzw. eine Forderung der türkischen Regierung ist das Verbot von kurdischen Vereinigungen und kurdischen Demonstrationen in Deutschland. Mit allen Mitteln werden seit Wochen kurdische Veranstaltungen, Institutionen, Vereine und Persönlichkeiten durch deutsche Behörden verboten und inhaftiert. Anstatt die Kurdinnen und Kurden in Deutschland mit allen Mitteln kriminalisieren zu wollen, was sowieso undenkbar ist, sollte die Bundesregierung umgehend den Deal mit dem Erdoğan-Regime beenden. Wir können uns daher dem Aufruf von Nadya Murad – Sonderbotschafterin für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel der Vereinigten Nationen (UNODC) – anschließen, sofort zu handeln.

Kein zweites Şengal in Efrîn!

Die Kriegslust des türkischen Präsidenten scheint nach der Einnahme der kurdischen Stadt Efrîn in Syrien kein Ende nehmen zu wollen. Am Montag erklärte Erdoğan vor Pressevertretern in Ankara, man werde die in Efrîn begonnene Offensive in Syrien fortführen, und signalisierte auch einen militärischen Einmarsch in die nordirakische Region Şengal. Die Menschen in Efrîn/Rojava und Şengal wollen ein friedliches, multiethnisches, gleichberechtigtes Leben in ihren Jahrtausenden alten Siedlungsgebieten führen. Und wieder einmal sind Eziden in ihrer Geschichte Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit und der Ausrottung ausgesetzt. Laut den aktuellsten Berichten wurden 17 ezidische Frauen von den Terrorbanden in Efrîn entführt. Der Genozid/Feminizid vom 3.8.2014 an den Ezid*innen wird in Efrîn fortgeführt. Wir rufen daher alle demokratischen Menschen, Institutionen und politischen Entscheidungsträger*innen dazu auf, uns darin zu unterstützen, unsere Selbstorganisierung fortzuführen und gegen die Angriffe der AKP in Efrîn, im gesamten Kurdistan, Şengal, Nordirak, Rojava und überall anders zu verteidigen. Wir rufen unsere Gesellschaft und die internationale Gemeinschaft dazu auf, ihre Stimme zu erheben und auf den Straßen zu protestieren. Efrîn braucht unsere Solidarität mehr denn je. Lasst uns gemeinsam gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Türkei und seiner Terrorbanden Widerstand leisten. Wir fordern den UN-Sicherheitsrat, die Bundesregierung und die NATO auf, einzugreifen und die türkische Invasion in Efrîn zu stoppen.

Weitere Forderungen:
Wir fordern den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf, sich entschlossen für die Resolution 2401 einzusetzen und das türkische Regime für seine Aktionen in der Region Efrîn in Syrien zu verurteilen.
Wir fordern die internationale Gemeinschaft nachdrücklich auf, den vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschlossenen Waffenstillstand durchzusetzen sowie die Bereitstellung von humanitärer und medizinischer Hilfe für Zivilisten sicherzustellen, die sowohl in Efrîn als auch in Ghouta dringend benötigt werden.
Wir betonen die dringende Notwendigkeit der Einrichtung einer Flugverbotszone über der Region Efrîn, um das Leben von Zivilisten, als auch Wohngebiete, die zivile Infrastruktur und bedeutende Monumente und kulturelle Artefakte zu erhalten. Wir laden die internationale Gemeinschaft ein, die Durchsetzung dieser Flugverbotszone mit Friedenstruppen oder Beobachterdelegationen zu unterstützen.

HÄNDE WEG VON AFRIN / ROJAVA und SENGAL – Wir werden uns weiterhin frauenbefreit, multiethnisch, multireligiös und basisdemokratisch organisieren. Hoch leben die Selbstverwaltungsstrukturen in Efrîn, Rojava und Şengal!

Anmerkung: Die Antifaschistische Aktion Wildeshausen [afawhs] erreichten zum Teil die Demonstrationstermine zu spät.

Internationaler Tag gegen Polizeigewalt/Tag der politischen Gefangenen 2018

Beteilige dich an den Protesten und komme zum Treffpunkt für eine gemeinsame Anreise!

Demonstration: Zum Internationalen Tag gegen Polizeigewalt
Do. 15.03.2018 | 17:30 Uhr | Ziegenmarkt | Bremen
Weitere Informationen findest du hier.

Demonstration: United we stand! Gemeinsam gegen Repression und autoritäre Formierung!
Sa. 17.03.2018 | 14:00 Uhr | Gänsemarkt | Hamburg
Weitere Informationen findest du hier.

Treffpunkt:
Sa. 17.07.2018 | 10:45 Uhr | Ticketautomaten | Gleis 2 | Bf. | Wildeshausen

United we stand! Gemeinsam gegen Repression und autoritäre Formierung!
Wir für Euch! Solidarität mit den Betroffenen von Repression!

Die Antifaschistische Aktion Wildeshausen [afawhs] dokumentiert einen Aufruf des „United we stand“ aus dem Medienportal „Indymedia“:

„Wir wollen rund um den „Tag der politischen Gefangenen“ ein solidarisches Zeichen gegen Repression setzen. Mit der Demonstration werden wir zeigen, dass das staatliche Kalkül von Kriminalisierung, Einschüchterung und Spaltung scheitern wird.

Kommt nach Hamburg zur Antirepressionsdemo am 17.03.2018 um 14.00 Uhr, Gänsemarkt.

United we stand! Gemeinsam gegen Repression und autoritäre Formierung!

Im Sommer 2017 sind wir zu Tausenden international in Hamburg zusammengekommen und haben gegen den G20 Gipfel demonstriert. Nicht die offizielle Gipfelinszenierung, sondern die Proteste dagegen haben die Bilder bestimmt. Unsere Vielfältigkeit und Entschlossenheit haben es im Juli geschafft, die Propagandaveranstaltung nachhaltig zu behindern. Das ist auch gelungen, weil unterschiedlichste Gruppen und Zusammenhänge spektrenübergreifend ein gemeinsames Ziel verfolgt haben.

Wir wollen rund um den „Tag der politischen Gefangenen“ ein solidarisches Zeichen gegen Repression setzen. Mit der Demonstration werden wir zeigen, dass das staatliche Kalkül von Kriminalisierung, Einschüchterung und Spaltung scheitern wird.

Die Gipfeltage waren für uns nicht nur Momente des Kennenlernens und des erfolgreichen Widerstands, sondern auch eine konsequente Zuspitzung staatlicher Repression. Vor und während des Gipfel agierte die Polizei völlig losgelöst mit großflächigen Demonstrationsverbotszonen, Campverboten und gewalttätigen Angriffen. Doch die Repression wird weiterhin fortgesetzt: lange Untersuchungshaft, Hausdurchsuchungen und öffentliche Denunziationsaufrufe.

Autoritäre Formierung

Vor dem Hintergrund der derzeitigen weltweiten autoritären Formierung von Staat und Gesellschaft findet auch in Deutschland ein Rechtsruck und eine weitere Militarisierung der Polizei statt. In diesem Kontext ist auch die im Mai 2017 vom Bundestag beschlossene Verschärfung des sogenannten Widerstands- und Landfriedensbruch-Paragrafen zu betrachten. Im Hinblick auf den wenige Monate später stattfindenden G20 Gipfel in Hamburg sollte das Signal ausgesendet werden: Wer den staatlich legitimierten Protestrahmen verlässt, hat mit drastischen Strafen zu rechnen.

Doch die nach dem Gipfel verhängten hohen Haftstrafen lassen sich nicht allein auf die Verschärfung zurückführen. In einer Vielzahl der Urteile mit hohem Strafmaß zielt die Justiz vor allem auf die Abschreckung widerständigen Verhaltens anderer ab.

Die verschiedenen Repressionsmaßnahmen der vergangenen Monate haben offenbart, dass für Politik und Repressionsorgane das Feindbild „links“ steht. Es wird versucht, uns als antagonistische Bewegung in Angst zu versetzen. In eine Angst, die uns daran hindern soll, sich zu organisieren und widerständig gegen die herrschenden Verhältnisse zu agieren. Die Repression gegen linke Bewegungen hat in Deutschland Tradition. Zum Beispiel jährt sich dieses Jahr zum 25. Mal das PKK-Verbot, das auf Grundlage des §129b immer wieder Aktivist*innen hinter Gittern bringt.

Der Ausbau des modernen Sicherheitsstaates ist auch eine Reaktion auf die weltweite Zuspitzung sozialer Konflikte. Angefacht durch die erzwungene Öffnung von weniger entwickelten Märkten durch und für die führenden Industrienationen, treiben eskalierende Verteilungskonflikte und Kriege immer mehr Menschen in die, oft tödliche, Flucht.

Aber auch im Inneren spitzt sich die Ungleichheit zu. Der Kapitalismus ist nicht mehr gewillt, eine minimale Gewinnbeteiligung der Lohnabhängigen aufrecht zu erhalten. Menschen, die für das ökonomische System nicht zu gebrauchen sind, werden, wenn überhaupt, mit Almosen abgespeist. Die sozialen Komponenten des bürgerlichen Staates werden vielmehr gegen die Leitgedanken einer offensichtlichen autoritären Formierung ausgetauscht, deren Inhalte von großen Teilen der Gesellschaft weitreichend bereitwillig akzeptiert und verinnerlicht werden.

Lassen wir uns nicht einschüchtern

Wir kommen nicht um uns zu beschweren. Denn wo immer die herrschenden Verhältnisse in Frage gestellt werden, wird staatliche Repression die Antwort sein. Wir werden dennoch weiter auf vielfältige Weise dafür kämpfen, dass alle unsere Genoss*innen wieder mit uns auf der Straße sein werden.

Unser Ziel ist die einer solidarischen, selbstbestimmten, staats- und geschlechterbefreiten Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Lokal und global, solidarisch und kollektiv wollen wir den schrecklichen Verhältnissen unseren Widerstand entgegensetzen.

Das Streben nach einem anderen Leben, hat uns als Bewegung in all ihrer Breite gegen die G20 aktiv werden lassen. Wir haben uns dabei die Protestformen nicht vorschreiben lassen, sondern selbst gewählt. Lassen wir die in diesem Zusammenhang einsetzende Repression seitens des Staates ins Leere laufen, indem wir uns weder spalten noch isolieren lassen.

Lasst uns ein Zeichen für eine solidarische Perspektive setzen, organisieren wir uns und setzen der Repression gemeinsam etwas entgegen: ob im Gerichtssaal, im Kontakt mit den Gefangenen und Verurteilten, im Organisieren von (Soli-)Veranstaltungen oder auf der Straße.

Getroffen hat es einige, gemeint sind wir alle!

Freiheit für alle G20-Gefangenen!

Freiheit für alle Gefangenen!

Kommt nach Hamburg zur Antirepressionsdemo am 17.03.2018 um 14.00 Uhr, Gänsemarkt.

United we stand!“

Frauen*kampftag 2018

Beteilige dich an dem Protest und komme zur anschließender Party!

Demonstration: Für einen antirassistischen Queerfeminismus!
Do. 08.03.2018 | 16:00 Uhr | Ziegenmarkt | Bremen
Weitere Informationen findest du hier.

Für einen antirassistischen Queerfeminismus!
Antifeminismus ist keine Alternative!
Make feminism a threat!

Die Antifaschistische Aktion Wildeshausen [afawhs] dokumentiert einen Aufruf der bundesweiten Kampagne „Nationalismus ist keine Alternative“ zum Frauen*kampftag:

„Aufruf zu den Demonstrationen zum Frauen*kampftag 2018 in Berlin, Göttingen und anderswo und der bundesweiten Aktionswoche vom 1. – 8. März gegen die Akteure des antifeministischen Rollbacks

Die letzten Jahre sind geprägt von feministischen Massenprotesten weltweit: Women‘s Marches, besonders erfolgreich in den USA gegen die Trump- Administration, das Sichtbarmachen von sexualisierter Gewalt während der MeToo-Debatte, oder das Ablegen der Kopftücher im Iran im Zuge der diesjährigen Aufstände. Auch wenn diese Proteste in Teilen widersprüchlich sind, zeigen sie dennoch, dass feministische Kämpfe immer noch geführt werden müssen. Und das entgegen all derjenigen Stimmen, die trotzig wiederholen, Gleichberechtigung sei für alle Frauen* längst Realität. Dem ist mitnichten so – selbst hart erkämpfte Standards werden heute wieder in Frage gestellt: unterschiedliche antifeministische Projekte haben Konjunktur und greifen die Errungenschaften und Forderungen der Frauen*bewegungen aggressiv an. Doch davon lassen wir uns nicht einschüchtern und tragen auch dieses Jahr unsere wütende Kritik auf die Straße!

Feminismus als Fassade

Mit der AfD ist auch in Deutschland eine Partei ins Parlament eingezogen, die mit antifeministischen Inhalten für sich wirbt. Keine Partei kann es sich jedoch heutzutage leisten, einen platten Antifeminismus zu vertreten. Deshalb kommt das Alte in einem neuen Gewand daher. Im Zuge der Debatte um die Silvesternacht 2015 in Köln, versuchte nicht nur die AfD sexualisierte Gewalt gegenüber weißen Frauen* rassistisch zu wenden und für Abschottungspolitik zu vereinnahmen. Die Logik ist simpel: der homogene und feministische Westen wird vom unaufgeklärten Rest der Welt bedroht und bedarf deshalb geschützter Grenzen. Dabei geht es um nichts weiter als die Verteidigung des Bestehenden und die Frage, wer hier die Frauen* „haben kann“. Die Unversehrtheit der weißen Frau* ist das nationale Pendant zur Discoprügelei zwischen Männern. Am Ende steht immer noch das Patriarchat als Sieger da. Zudem erteilen Fakten der Behauptung eine klare Abfuhr, dass das Patriarchat ein Importprodukt der Geflüchteten und des Islam sei. Das medial vermittelte Bild, es seien primär „fremde“ Männer, die „unsere“ Frauen* vergewaltigen würden, ist ein gewaltiger Mythos. Den Großteil der Sexualstraftaten in Deutschland begehen Menschen aus dem engeren Bekannten- und Verwandtenkreis: nur etwa ein Sechstel der Täter ist unbekannt. Etwa 70% der von sexualisierter Gewalt betroffenen Frauen* geben dabei die eigene Wohnung als Tatort an. Zu Hause ist die Gefahr für Frauen am größten zum Opfer dieser Strukturen gemacht zu werden. Die Realität ist also: das Problem besteht schon lange, die Ursachen liegen in unserer patriarchalen Gesellschaft. Wir sagen allen Formen sexualisierter Gewalt den Kampf an!

Antifeministischer Rollback

Die AfD will diese Strukturen verschleiern und steht mit ihren reaktionären Forderungen nicht alleine da. Europaweit formiert sich ein rechtes Hegemonieprojekt, dass rechte Intellektuelle, Parlamentarier und Stammtischrassisten vernetzt und handlungsfähig macht. Wichtiges verbindendes Moment sind ihre geteilten reaktionären Geschlechtervorstellungen, die Antifeminismus, Sexismus und Homofeindlichkeit umfassen. Mit Verweis auf die „Natur“ und biblischen Bezügen angereichert, glorifizieren sie ein konservatives Familienmodell und wähnen sich im ständigen Kampf gegen den sogenannten „Genderismus“. Vor allem die christlich-fundamentalistische Nische mit ihrer prominentesten Vertreterin Beatrix von Storch (AfD) versucht, emanzipatorische Politik zu sabotieren. So fordert sie beispielsweise das generelle Verbot von Abtreibungen und die Abschaffung von Frauen*häusern. Der Fluchtpunkt einer solchen Rhetorik ist die deutsche Kleinfamilie als Erlösungsfantasie. Während der neoliberale Block der AfD in ihr die Keimzelle der deutschen Gesellschaft sieht und sie weiterhin unter die schützende Hand des Staates stellen will, ist die deutsche Familie für die völkisch-nationalen Vertreter der AfD die Rettung der Volksgemeinschaft selbst: Deutsche Kinder müssen her, gegen die Zuwanderung. Daraufhin wird eine Bevölkerungspolitik verkündet, die Kinderlosigkeit und alternative Lebensmodelle ächtet. Weibliche Körper werden darin lediglich im Zusammenhang mit Familie und Reproduktion gesehen und in den Auftrag der Nation gestellt.

Von Faschisten und Familienvätern

Bewusst nutzen die Akteure der neuen Rechten antifeministische Hetze als Verbindungsglied zwischen den unterschiedlichen Spektren. Sie ist auch deshalb so mobilisierungsfähig, da diverse politische Gruppierungen von der antifeministischen Propaganda positiv angesprochen werden. Das kommt nicht von ungefähr. Ordentliche Kindererziehung, das Festhalten an erlernten Geschlechterrollen und das Bedürfnis nach einer hierarchisch organisierten Gesellschaft vereinen den Neonazi mit dem konservativen Familienvater. Da ihre gesellschaftliche Vormachtstellungen und eigene reaktionäre Familienmodelle vermeintlich angegriffen werden, fühlen sich Männer mit dem Rücken zur Wand. Ob die “Demo für Alle” in Stuttgart oder die “manif pour tous” in Frankreich: gemeinsam demonstrieren sie gegen den „Genderwahn“.

Die rechte Lüge von der Antifa-Republik und Genderlobby

Wenn sich AfD & Co als konservative Rebellinnen gegen den „linksversifften Mainstream“ inszenieren, rücken sie die hiesige Gesellschaft in ein Licht, dass sie nicht verdient. Denn wir leben in keiner Antifa-Republik – und eine allmächtige feministische Lobby gehört trotz großer Anstrengungen ebenfalls weiterhin in das Reich der Phantasie. So unterliegen zum Beispiel Abtreibungen bis heute restriktiven Gesetzen. Erst neulich sorgte die Verurteilung der Ärztin Kristina Hänel aufgrund des Paragrafen 219a für Furore. Ihre „Straftat“: sie bot Abtreibungen öffentlich an und stellte dafür geeignete Informationen auf ihrer Homepage zur Verfügung. Bis heute ist das gesetzlich verboten. Obwohl sich unsere Lebensrealitäten durch die mutigen Kämpfe feministischer Bewegungen bereits um einiges verbessert haben, trügt der Schein des staatlichen Gleichstellungsversprechens. Instrumente wie das Entgeltgleichheitsgesetz, Elternzeit und Frauen*quoten tragen höchstens zu einer symbolischen Gleichstellung bei. Denn gesellschaftliche Teilhabe unterliegt im Kapitalismus immer den Gesetzen des Marktes. In der modernen kapitalistischen Gesellschaft verschafft Gleichstellung sowohl dem Betrieb als auch dem Standort Deutschland Vorteile: unter dem Label Integration von Frauen* wird deren Potential als Konsument*innen und Arbeitskräfte effizient genutzt. So vereinnahmen die Institutionen des bürgerlichen Staates sowie die Privatwirtschaft feministische Forderungen und berauben sie ihres revolutionären Kerns. Noch immer wird ein Großteil der Reproduktionsarbeit unentgeltlich und von Frauen* verrichtet. Dieser Umstand ist kein Zufall, sondern für die derzeitige Gesellschaftsordnung unabdingbar. Ohne ein Umsorgen und Pflegen der Arbeiter*innen von gestern, heute und morgen, gäbe es keine Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise. Ein Identitätsfeminismus, der nur bewertet, wer in welchem Maße Zugang zu „Privilegien“ erhält, verbleibt in dieser Logik. Klar ist es begrüßenswert, dass Frauen* zu gesellschaftlicher Teilhabe ermutigt werden – ist eine Kapitalismus- und Staatskritik in feministischen Forderungen jedoch nicht enthalten, führt sie dazu, die Doppelbelastung von Frauen* zu reproduzieren. Wir stellen uns gegen die zwei häufigen, grundsätzlichen Probleme der Erscheinungsformen des heutigen Feminismus. Die Ohnmacht gegenüber dem Rechtsruck und der institutionellen Manifestation der AfD in den Parlamenten bedeuten nicht nur Abschiebung in den Tod, Abschaffung der Rechte von Migrant*innen und schlechtere Bedingungen für die, die ohnehin am unteren Rand der Gesellschaft stehen, sondern eben auch einen Angriff auf das Leben von allen, die von patriarchaler Gewalt täglich betroffen sind. Diesem kann – und darin besteht das Problem – die Zahmheit des Identitätsfeminismus nichts entgegensetzen.

Expect resistance …

Konsequente feministische Praxis richtet sich daher sowohl gegen reaktionäre Bewegungen und den gesellschaftlichen Rechtsruck als auch gegen den bürgerlichen Staat und die kapitalistische Produktionsweise! Ob in Frankreich, Polen oder anderswo: unsere Lebensrealitäten, unsere alltäglichen Kämpfe, unser Überleben in einer sowieso schon feindlichen Gesellschaft sind kein „Genderwahn“ und auch keine Luxusprobleme! Wir wissen selbst am besten was gut für uns ist. Für eine Gesellschaft ohne patriarchale Zurichtung und sexistische Gewalt, in der wir solidarische und emanzipatorische Lebensentwürfe entwickeln können ohne diese ständig gegen Rechts und den Zugriff des Staates verteidigen zu müssen!

Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Deswegen rufen wir im Rahmen der Kampagne „Nationalismus ist keine Alternative!“ dazu auf, zwischen dem 1. und 8. März die Akteur*innen des antifeministischen Rollbacks mit kreativen Aktionen zu besuchen. Wer die Errungenschaften der Frauen*bewegungen angreift und rückgängig machen will, der hat mit unserem Widerstand zu rechnen. Die Gelegenheiten dafür sind zahlreich, Ideen gibt es viele und die Nächte sind lang. Jeder Tortenwurf, jede gestörte Rede und jede geschlossene antifeministische Apotheke ist ein Erfolg. Kommt anschließend mit uns in den NIKA-Block auf der Frauen*kampftagsdemo in eurer Stadt, um ein kämpferisches Zeichen in die Welt zu setzen! Unser Feminismus ist der radikale Bruch mit der Gesellschaft – make feminism a threat!

Kampagne „Nationalismus ist keine Alternative“ im Februar 2018

Wenn ihr die Kampagne & das Aktionswochenende unterstützen möchtet, schickt eure Aktionsankündigungen, Aufrufe, Termine, etc. an: keinealternative@systemli.org

*: Obwohl wir Geschlechterkategorien als Konstruktion erkennen, ist die Zweigeschlechtlichkeit mitsamt ihren „natürlichen“ Zuschreibungen eine gesellschaftliche Realität, mit der wir immer wieder konfrontiert sind. Aus diesem Grund verwenden wir zwar die Bezeichnungen „Frauen“, „Männer“ usw., markieren diese aber mit einem Stern.“

In eingener Sache: Termine


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Hier findest du Termine aus Wildeshausen und Umgebung oder die von einer gewissen überregionalen Relevanz sind. Zurückliegende Termine sind hier zum Zweck einer Dokumentation aufgelistet. Wenn was fehlt, kontaktiere die Antifaschistische Aktion Wildeshausen [afawhs] bitte per E-Mail [KONTAKT].